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Chronik: Giftanschlag auf russischen Ex-Doppelagenten

Skripals könnten in USA neue Identität bekommen

Am 04. März 2018 wurden der ehemalige Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter in Großbritannien Opfer eines Giftanschlages. Die britische Regierung vermutet russische Akteure hinter dem Angriff und droht nun mit maßgeblichen Konsequenzen. Nun stellten sich 14 EU-Staaten hinter Großbritannien und bestätigten die Ausweisung russischer Diplomaten. Auch die Nato wies sieben russische Diplomaten aus. Erstmals äußerte sich nun Julia Skripal, dass es ihr langsam besser gehe, nachdem sie einen Monat im Krankenhaus verbrachte. Bei einer von Russland einberufenen Sitzung des UN-Sicherheitsrates kritisierte Russland die Anschuldigungen von Großbritannien scharf.


14.04.2018
Lawrow erhebt Manipulationsvorwürfe gegen OPCW-Bericht

Außenminister Sergej Lawrow

Außenminister Sergej Lawrow (Quelle: dpa/Pavel Golovkin)

Der russische Außenminister Sergej Lawrow erhebt schwere Manipulationsvorwürfe gegen den Untersuchungsbericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW). Es seien Erkenntnisse über Spuren des chemischen Kampfstoffs BZ am Tatort verschwiegen worden, sagte Lawrow am Samstag. Dabei beruft er sich auf vertrauliche Informationen, nach denen das Schweizer Labor Spiez ihre Untersuchungsergebnisse an die OPCW übermittelt hätten. Die Chemikalie sei weder in der Sowjetunion noch in Russland entwickelt worden. Stattdessen hätten die USA, Großbritannien und andere Nato-Staaten den Stoff genutzt.

Das Labor Spiez wollte Lawrows Vorwürfe nicht kommentieren. Man sei nicht in der Position, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Das Labor verweist auf das Treffen des OPCW-Exekutivkomitees am 18.04.18. Auf Twitter bekräftigte das Institut jedoch, dass man keinen Zweifel daran habe, dass das britische Labor Porton Down das Nervengift Novichock identifiziert habe. Die Vorgaben der OPCW seien so streng, dass man den Ergebnissen vertrauen könne.


11.04.2018

Hilfe russischer Botschaft abgelehnt

Die vor fast sechs Wochen gemeinsam mit ihrem Vater vergiftete Julia Skripal lehnt unterbreitete Hilfsangebote der russischen Botschaft in London ab. Zuvor erhob die russische Botschaft Anschuldigungen gegen die britische Regierung. Demnach verfolge Großbritannien eine Isolationstaktik, indem sie die Tochter des früheren Doppelagenten Sergej Skripal abzuschotten versuche. Damit würden sie wichtige Belege verbergen und eine unparteiische Ermittlung blockieren. Die russische Botschaft fordert, den konsularischen Kontakt mit der 33-Jährige zu ermöglich, um sie treffen und befragen zu können. Auch hätten sie ihr jede Form der Unterstützung angeboten. Julia Skripal selbst wies die Hilfe seitens der russischen Behörden aber zurück: "Zurzeit möchte ich ihre Dienste nicht in Anspruch nehmen", hieß es in einer in ihrem Namen von der britischen Polizei verbreiteten Mitteilung. "Wenn ich meine Meinung ändere, weiß ich, wie ich sie kontaktieren kann."


10.04.2018
Julia Skripal verlässt Klinik

Fünf Wochen nach dem Giftanschlag in Salisbury in Großbritannien wurde die Russin Julia Skripal, aus dem Krankenhaus entlassen. Die Tochter des russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal wurde Anfang März zusammen mit ihrem Vater vergiftet auf einer Parkbank gefunden. Die Behandlung sei noch nicht zu Ende, ihr Gesundheitszustand habe sich in den letzten Tagen aber deutlich verbessert, so die stellvertretende Krankenhausdirektorin Christine Blanshard am Dienstag, den 10.04.18. Bereits am vorangegangenen Donnerstag meldete sich Julia Skripal erstmals seit dem Attentat in einer Mitteilung öffentlich zu Wort und berichtete von Fortschritten bei der Genesung. Auch ihrem 66-jährigen Vater geht es inzwischen deutlich besser und es bestehe Aussicht auf eine baldige Entlassung. Dennoch halten Toxikologen Spätfolgen wie etwa Organschäden für nicht ausgeschlossen.

Zurzeit befindet sich Julia Skripal laut eigenen Angaben an einem sicheren Ort.


09.04.2018
Skripals könnten in USA neue Identität bekommen

Nachdem Russland die Anschludigungen Großbritanniens in der UN-Sitzung scharf kritisiert hatte, verhärten sich die Fronten weiter. Während die russische Botschaft auf ein Treffen mit dem britischen Außenminister Boris Johnson dringt, warf dieser Moskau Desinformation vor.

Über die Zukunft von Vater und Tochter Skripal hätten Vertreter des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 mit US-Kollegen von der CIA diskutiert, schrieb die "Sunday Times" am 08.04.18. "Ihnen werden neue Identitäten angeboten", hieß es. So sollten sie vor weiteren Mordversuchen geschützt werden. Die 33-jährige Julia, die eigentlich in Russland lebt, soll Hilfe der russischen Botschaft abgelehnt haben. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.


06.04.2018
Russland greift Großbritannien wegen Giftanschlag bei UN-Sitzung an

Premierministerin Theresa May spricht bei der UN-Sicherheitsratsitzung

Premierministerin Theresa May spricht bei der UN-Sicherheitsratsitzung (Quelle: dpa/ PA)

Bei einer eigens einberufenen Sitzung des UN-Sicherheitsrats hat Russland Großbritannien wegen des Giftanschlags auf den Ex-Agenten Sergej Skripal scharf kritisiert. Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia sagte, dass die Regierung in London mit dem Feuer spiele, wenn sie Russland vorwerfe, verantwortlich für den Anschlag auf Skripal und seine Tochter zu sein. Russland, auf dessen Antrag der UN-Sicherheitsrat zusammentrat, weist die Vorwürfe immer wieder zurück. Der russische UN-Botschafter sprach von einem "Propaganda-Krieg", der gegen sein Land angezettelt werde. Ziel sei es, Russland "zu diskreditieren und zu delegitimisieren".

Großbritannien dagegen verteidigte sein Vorgehen. Britische Polizisten hätten das Nervengift an der Tür von Skripals Haus in Salisbury sichergestellt. Nach neusten Ermittlungen seien auch die Haustiere Skripals vergiftet worden. Die britische UN-Botschafterin Karen Pierce äußerte, man glaube, dass das britische Vorgehen jeder Untersuchung standhält. Großbritannien habe nichts zu verstecken. Sie befürchte aber, dass Russland etwas zu befürchten haben könnte.


05.04.2018
Giftopfer Julia Skripal äußert sich erstmals öffentlich nach Anschlag

Julia Skripal, die beim Giftanschlag von Salisbury schwer verletzt wurde, hat sich erstmals nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus vor einem Monat öffentlich geäußert. Sie fühle sich jeden Tag besser, erklärte sie in von der britischen Polizei verbreiteten Mitteilung. Vor mehr als einer Woche sei sie aufgewacht, erklärte Skripal, die bei dem Anschlag gemeinsam mit ihrem Vater, dem früheren russischen Agenten Sergej Skripal, lebensgefährlich verletzt worden war.


04.04.2018
Russische Herkunft von Gift im Fall Skripal im Labor nicht nachweisbar
Russland will UN-Sondersitzung

Der UN-Sicherheitsrat wird sich auf Antrag Russlands mit dem Vergiftungsfall Sergej Skripal befassen. Laut dem kuwaitischen UN-Botschafter Mansur Al-Otaibi sei die Sitzung für Donnerstag, den 05.04.18, geplant. Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia hatte die öffentliche Sitzung des UN-Gremiums kurz zuvor bei einer Rede vor dem Sicherheitsrat zu Chemiewaffen in Syrien beantragt. Er sagte, sein Land teile die Auffassung, dass der Einsatz chemischer Waffen inakzeptabel sei und aufgeklärt werden müsse.

Abgeperrte Zone, in der Nähe des Ortes, an dem der Ex-Agent Sergei Skripal und seine Tochter vergiftet wurden

Abgeperrte Zone, in der Nähe des Ortes, an dem der Ex-Agent Sergei Skripal und seine Tochter vergiftet wurden (Quelle: Reuters/ Hannah McKay)

Für das britische Militärlabor ist eine russische Herkunft des Nervengifts im Fall Skripal nicht eindeutig nachweisbar. Der Chef des zuständigen Porton Down Labors, Gary Aitkenhead, sagte, dass diese wissenschaftlichen Informationen an die britische Regierung gegangen seien. Zusammen habe man mit anderen Hinweisen Rückschlüsse gezogen habe, dass es keine präzise Quelle gäbe. Moskau bestreitet weiterhin jegliche Verantwortung für den Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal und wirft London vor, die Schuld voreilig Russland zugeschoben zu haben.

31.03.2018
Russland: Britische Botschaft muss Personal um 50 Stellen reduzieren

Die russische Regierung verschärft ihre diplomatischen Sanktionen gegen Großbritannien: Die britische Botschaft müsse ihr Personal um mehr als 50 Diplomaten reduzieren, teilte das russische Außenministerium am Samstag in Moskau mit.

30.03.2018
Russland bestellt Botschafter Deutschlands und anderer EU-Staaten ein

Das russische Außenministerium hat am Freitag die Botschafter Deutschlands und acht weiterer EU-Staaten ins Außenministerium einbestellt. Die Botschafter sollten über Vergeltungsmaßnahmen der russischen Seite informiert werden, erklärte das Außenministerium in Moskau.

Russland weist Dutzende Diplomaten aus

Die Regierung in Moskau hatte am Donnerstagabend (Ortszeit) die Ausweisung Dutzender westlicher Diplomaten angeordnet. Allein aus den USA müssen 60 diplomatische Mitarbeiter binnen einer Woche Russland verlassen. Außerdem soll das US-Generalkonsulat in St. Petersburg geschlossen werden. Washington kritisierte die angekündigte Ausweisung. Russlands Vorgehen bedeute eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern, hieß es als Reaktion aus dem Weißen Haus.

Am Freitagnachmittag forderte die russische Regierung außerdem vier deutsche Diplomaten zum Verlassen des Landes auf. Dies teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Mit der Ausweisung reagiert Russland auf einen entsprechenden Schritt der Bundesregierung nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal in Großbritannien.


29.03.2018
Ex-Spion Skripal offensichtlich zu Hause vergiftet

Der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter sind laut britischen Ermittlern offenbar zu Hause vergiftet worden. Spezialisten hätten an der Tür seines Wohnhauses die höchste Konzentration des Nervengifts gefunden, teilte die britische Anti-Terror-Einheit am Mittwoch mit. "Wir konzentrieren deshalb einen großen Teil unserer Anstrengungen auf ihre Adresse und die Umgebung", sagte Dean Haydon, der Chef der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard.

Bislang hatten sich die Behörden nicht dazu geäußert, wo Skripal und seine Tochter dem Gift ausgesetzt worden sein könnten. Spuren des Nervengifts seien auch an anderen Stellen gefunden worden, "aber in geringerer Konzentration" als in Skripals Haus, erklärte die Polizei. Untersucht wurden unter anderem ein Pub, ein Restaurant und ein Friedhof in Salisbury.

27.03.2018
Nato und Australien weisen russische Diplomaten aus- Lob von Merkel und Trump

Nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal weist die Nato nun sieben russische Diplomaten aus. Die Bündnisstaaten hätten zudem beschlossen, die Maximalgröße der russischen Delegation von 30 auf 20 Personen zu begrenzen. Die Nato sende damit die klare Botschaft an Russland, dass unakzeptables und gefährliches Verhalten Kosten und Konsequenzen habe, erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

In einem Telefonat mit mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident Donald Trump das gemeinsame Vorgehen im Fall Skripal gelobt. Es ein starkes Signal der Einheit, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Alle hätten die koordinierte Ausweisung russischer Diplomaten durch eine Vielzahl von Ländern begrüßt, teilte das Weiße Haus mit.

Auch Australien wies zwei russische Diplomaten aus. Laut dem Premierminister Malcolm Turnbull hätten sie sieben Tage Zeit, das Land zu verlassen. Der Angriff sei Teil eines Musters rücksichtslosen und bewussten Verhaltens des russischen Staates, das eine zunehmende Bedrohung für die internationale Sicherheit darstelle, sagte Turnbull, der nun gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich und anderen Verbündeten und Partnern reagieren wolle. Die australische Regierung schloss auch einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland im Sommer nicht aus.


26.03.2018
Russland kündigt Vergeltungsmaßnahmen an

Das Außenministerium erklärte, die von den USA, Kanada und mehreren europäischen Ländern wegen des Giftanschlags auf einen früheren russischen Doppelagenten verhängten Maßnahmen seien eine "Provokation". "Wir werden darauf antworten.", heißt es weiter.

14 EU-Staaten weisen russische Diplomaten aus

Nach dem Giftgasanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Skripal und dessen Tochter Anfang März ziehen nun 14 EU-Staaten Konsequenzen: Sie weisen allesamt russische Diplomaten aus. Das gab EU-Ratspräsident Donald Tusk bei einer Pressekonferenz in Warna in Bulgarien bekannt. Deutschland weist nach Angaben des Auswärtigen Amtes vier russische Diplomaten aus "Solidarität mit Großbritannien" aus.

Russland nennt Reaktion der EU "aggressiv"

der Tag

Mi. 26.03.18, 17.30 Uhr

Russland hat die Reaktion der EU-Staaten auf den Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Skripal scharf kritisiert. "Zu unserem großen Leidwesen haben wir es mit unberechenbaren und aggressiven Gegenüber zu tun", so der Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. "Aber das ist die Realität, mit der wir leben müssen." Russland werde nicht nachlassen, seine Position bei den europäischen Ländern vorzubringen.

23.03.2018
Russische Diplomaten verlassen London

Gut zwei Wochen nach dem Giftanschlag von Salisbury haben die von London ausgewiesenen russischen Diplomaten und ihre Angehörigen die Heimreise angetreten. Drei Busse mit Diplomaten-Kennzeichen fuhren vom Gelände der russischen Vertretung in der britischen Hauptstadt ab. Auch Russland ordnete als Gegenmaßnahme die Ausweisung von 23 britischen Diplomaten an.

19.03.2018
EU solidarisiert sich mit Großbritannien

Die EU-Außenminister versicherten Großbritannien ihre "uneingeschränkte Solidarität". Russland müsse dringend die aufgeworfenen Fragen beantworten und das Nervengift-Programm Nowitschok offenlegen. Bei einer verabschiedeten Erklärung in Brüssel hieß es, die EU sei schockiert über den ersten offensiven Einsatz eines militärischen Nervengifts auf europäischem Boden seit mehr als 70 Jahren. Auf klare Anschuldigungen gegen Russland verzichtet die EU. In der Erklärung heiße es lediglich, die EU nehme die Einschätzung Großbritanniens sehr ernst, dass höchstwahrscheinlich Russland für den Anschlag verantwortlich sei. Russland müsse unverzüglich alle Fragen zu dem Fall beantworten und das Nervengift-Programm Nowitschok offenlegen.

Russland hingegen verlangt Beweise für seine Verwicklung in den Gift-Anschlag oder eine Entschuldigung von Großbritannien. Ein Kreml-Sprecher in Moskau sagte, dass die Vorwürfe der Briten grundlos seien, schwer zu erklären und verleumderisch. Der wiedergewählte Präsident Wladimir Putin selbst hatte die Vorhaltungen als "Unsinn" bezeichnet. Russland besitze das militärische Nervengift nicht, das nach britischen Angaben bei dem Anschlag verwendet worden sei, sagte er. Er sei bereit, mit den britischen Behörden bei den Ermittlungen zu dem Anschlag zusammenzuarbeiten.

19.03.2018
Internationale Chemiewaffenexperten untersuchen Proben

Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) werden in London erwartet, um die beim dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal verwendete Substanz zu untersuchen. Die britischen Behörden würden den Experten Proben zur Verfügung stellen, die in den internationalen Laboren mit dem besten Ruf getestet werden würden. Die Ergebnisse der Untersuchung dürften in frühestens zwei Wochen vorliegen, teilte das das Außenministerium in London mit. Außenministers Boris Johnson wirft Russland zudem vor, dass Russland heimlich Vorräte des Nervengifts aufgebaut habe, das beim Anschlag auf den russischen Doppelagenten eingesetzt worden war. In den vergangenen zehn Jahren habe Russland zudem untersucht, wie das Gift Nowitschok bei Attentaten eingesetzt werden könne, sagte Johnson.

17.03.2018
Ausweisung britischer Diplomaten in Russland

Das Außenministerium in Moskau teilte mit, 23 britische Diplomaten ausweisen zu wollen. Dies sei eine direkte Konsequenz auf die von London verfügte Ausweisung von 23 russischen Diplomaten. Außerdem werde die Arbeit der britischen Kultur- und Bildungsorganisation British Council in Russland eingestellt. Zuvor war der britische Botschafter Laurie Bristow zum zweiten Mal in dieser Woche ins russische Außenministerium einbestellt worden. Dort wurden ihm die Gegenmaßnahmen angekündigt.


15.03.2018
Russland will britische Diplomaten ausweisen

Nachdem bekannt geworden war, dass Großbritannien russische Diplomaten ausweist, will nun auch Russland britische Diplomaten des Landes verweisen. Man werde mit den Ausweisungen in Kürze beginnen, zitierte die Nachrichtenagentur RIA den russischen Außenminister Sergej Lawrow.

USA, Frankreich und Deutschland stehen hinter Großbritannien

Die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben sich in einer gemeinsamen Erklärung über den Giftanschlag in Salisbury geäußert und Russland zur Aufklärung aufgefordert. Es handle sich um einen Übergriff gegen die Souveränität des Vereinigten Königreichs und einen Verstoß gegen das Völkerrecht, kritisieren die Regierungschefs. Russland trage mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung für den Fall, heißt es in der veröffentlichten Erklärung, in der nun auch die Bundesregierung die britische Einschätzung teilt. Die vier Staaten fordern zum Fall Skripal eine Erklärung von Russland.

14.03.2018
Konsequenzen

Wer ist Skripal?
Skripal hatte als Offizier des russischen Militärgeheimdienstes GRU für die Briten spioniert. Aufgrund dessen wurde er in Russland verurteilt und 2010 bei einem großen Agenten-Austausch nach Großbritannien entlassen.

Als Reaktion auf den Gift-Anschlag wurden die bilateralen Kontakte zu Moskau vorerst auf Eis gelegt: 23 von 59 russischen Diplomaten wurden des Landes verwiesen und müssen innerhalb einer Woche das Land verlassen, so die britische Premierministerin Theresa May. Zudem würden alle hochrangigen diplomatischen Kontakte ausgesetzt werden, sagte sie vor den Abgeordneten. Alle 29 Nato-Staaten stellten sich in einer gemeinsamen Erklärung hinter London. Als weitere Sanktion kündigte die Premierministerin an, dass zur bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland weder Regierungsmitglieder noch Vertreter des Königshauses anreisen werden. Am Abend hat sich zudem der UN-Sicherheitsrat mit dem Giftanschlag auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal befasst. Die britische Regierung hatte die Sitzung beantragt, weil nach ihrer Überzeugung Russland hinter der lebensgefährlichen Vergiftung von Skripal und dessen Tochter stecke.


13.03.2018
Statement von Yacin Hehrlein und Bernhard Lichte zum Giftanschlag auf Skripal

Die ZDF-Korrespondneten Bernhard Lichte in Moskau und Yacin Hehrlein in London zum Gift-Anschlag auf einen russischen Ex-Spion.


04.03.2018
Anschlag auf russischen Ex-Doppelagenten

Der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und dessen Tochter Yulia sind Opfer eines Giftgasanschlages geworden. Sie wurden bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt. Derzeit befinden sich der 66-Jährige und die 33-Jährige in einem kritischen Zustand. Der Konflikt zwischen Großbritannien und Russland spitzt sich zur Zeit immer weiter zu. Russland dementiert Vorwürfe seitens Großbritannien, an dem Anschlag beteiligt zu sein.

Nadja Christ und Paula Lamp mit Material dpa, Reuters, AP, AFP und tagesschau.de

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