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Stickstoffdioxid führt zu erheblichen Gesundheitsbelastungen

Umweltbundesamt meldet 6000 Todesfälle wegen Stickstoffdioxidbelastung

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes, die am Donnerstag, den 08.03.18, vorgestellt wurde, lassen sich in Deutschland aufgrund von Stickstoffoxiden vorzeitige Todesfälle feststellen.

Stau in Stuttgart

Stau in Stuttgart (Quelle: dpa/ Marijan Murat)

Aus dem aus über 170 Seiten bestehenden Bericht über die Gesundheitsbelastung durch Stickstoffdioxid des Umweltbundesamtes, der am Donnerstag, den 08.03.18, in Berlin vorgestellt wurde, geht hervor, dass es im Jahr 2014 zu etwa 6000 vorzeitigen Todesfällen kam. Grund dafür waren Herzkreislauferkrankungen, die auf die Belastung mit Stickstoffdioxiden zurückzuführen waren. Demnach stehen vor allem auch Krankheiten, wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfällen, chronischen Lungenerkrankungen und Asthma mit den Stickstoffdioxiden im Zusammenhang.

Stickstoffdioxid führt zu erheblichen Gesundheitsbelastungen

Stickstoffdioxide sind Reizgase, die die Gesundheit schädigen. Im Körper werden chemische Reaktionen an verschiedenen Stellen auslöst, besonders in den Augen und den Atemwegen. Pro Jahr kommt es allein durch die herkömmliche Konzentration der Luft in Deutschland zu 6000, in den schlimmsten Jahren bis zu 8000 vorzeitigen Todesfällen. Sie entstehen vor allem dort, wo Kohle, Öl, Gas oder Holz verbrannt werden. In Städten kommen dem UBA zufolge 60 Prozent der Stickoxide vom Verkehr. Benziner haben damit so gut wie kein Problem, Stickoxid-Emissionen sind ein Diesel-Thema.

DER TAG

Do. 08.03.18, 23.00 Uhr

Ziel solle es sein, zunächst die Grenzwerte in allen Städten und Kommunen einzuhalten, bis weitere Maßnahmen vorgenommen werden können, um den Stickstoffdioxidgehalt zu reduzieren, verkündete Bundesumweltamt-Präsidentin Maria Krautzberger. In Deutschland werden in etwa 70 Städten die Grenzwerte für Stickstoffdioxide überschritten. Da besonders Diesel-Fahrzeuge Hauptverursacher dessen seien, forderte Krautzberger, die Grenzwerte so schnell wie möglich einzuhalten. Denn die Diesel-Fahrzeuge seien auch außerhalb der hochbelasteten Straßen schädlich. Zu den Maßnahmen könnten Fahrverbote gehören. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Ende Februar solche Verbote als zulässig erklärt. „Stickstoffdioxid ist kein isoliertes Umweltproblem, sondern es steht stellvertretend für eine Vielzahl weiterer Probleme, die mit unserer Mobilität zusammenhängen.“

Verursachte Krankheiten

Neben Herzkreislauferkrankungen können auch Krankheiten wie die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus auf Stickstoffdioxide in der Außenluft zurückgeführt werden. Im Jahr 2014 gab es 437.000 Diabetes-Krankheitsfälle, das entspricht acht Prozent der gesamten Diabetes mellitus- Erkrankungen. Auch bei den Asthmaerkrankungen zeigt die Studie deutliche Zusammenhänge. 2014 gab es sogar 439.000 Krankheitsfälle, die auf erhöhte Stickstoffdioxidwerte zurückzuführen sein könnten.
Die Weltgesundheitsorganisation ruft deshalb dazu auf, dass Stickstoffdioxid so weit wie möglich reduziert werden sollen. Denn nach aktuellem Kenntnisstand gibt es keinen Schwellenwert. Das heißt, dass schon kleine Mengen schädlich sind.

Durchführung der Studie

Epidemiologische Studien, wie die des Umweltbundesamtes, ermöglichen zwar keine Aussagen über ursächliche Beziehungen, jedoch liefern sie zahlreiche konsistente Ergebnisse über die statistischen Zusammenhänge zwischen negativen gesundheitlichen Auswirkungen sowie Stickstoffdioxid-Belastungen.

Um gültige Ergebnisse zu erlangen, wurden Mess- und Modelldaten zur Stickstoffdioxid-Konzentration mit Informationen zur Bevölkerungsdichte kombiniert. Aufgrund der Verschneidung dieser Daten konnte eine Aussage über die Höhe der Stickstoffe-Belastungen, der die Menschen in Deutschland im Jahresdurchschnitt ausgesetzt waren, getroffen werden. In Verbindungen mit relevanten Statistiken zur Gesundheit der Bevölkerung (z. B. der Todesursachenstatistik) und unter Einbindung des entwickelten Konzepts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie der umweltbedingten Krankheitslast (Environmental Burden of Disease) wurde berechnet, wie viele Erkrankungen und Todesfälle in Deutschland statistisch gesehen auf die Belastung durch Stickstoffdioxid zurückzuführen wären.

Leichter Rückgang der Stickstoffdioxid-Belastung

Insgesamt sind positive Auswirkungen festzustellen, die Belastung mit Stickstoffdioxid sinkt seit einigen Jahren leicht. Von 1990 bis 2016 ist die Emission von rund 2,9 Millionen Tonnen pro Jahr auf knapp 1,2 Millionen Tonnen zurückgegangen. Der Verkehr hat dazu am meisten beigetragen.Allerdings werden die Grenzwerte vielerorts immer noch nicht eingehalten, wie aktuelle Daten aus dem Jahr 2017 zeigen.

von Paula Lamp mit Material von dpa und umweltbundesamt.de

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