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Liveblog zur UN-Weltklimakonferenz

COP23 in Bonn vom 06. bis 17. November 2017

Die UN-Klimakonferenz ist die jährlich stattfindende Konferenz der UN-Klimarahmenkonvention. Seit 2005 ist die Konferenz um das Treffen der Mitglieder des Kyoto-Protokolls erweitert worden und wird seit 2016 auch um das Treffen der Unterzeichner des Paris-Abkommens ergänzt. 2017 findet die 23. Weltklimakonferenz, kurz "COP23" (Conference of Parties) in Deutschland unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln statt.

Fr. 17.11.17

Klimakonferenz geht zu Ende

In der Nacht ist der Weltklimagipfel in Bonn zu Ende gegangen. Um 04.53 Uhr beendet ein zufriedener Präsident des 23. Gipfels die Zusammenkunft. Fidschis Premierminister Frank Bainimarama war Vorsitzender einer Konferenz ohne große Streitereien, es lief größtenteils harmonisch am Rhein. Das lag auch daran, dass die großen Fragen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens erst im kommenden Jahr im polnischen Katowice behandelt werden.

Doch auch in Bonn gab es in Vorbereitung dessen einige wichtige Ergebnisse. Beispielsweise gibt es nun einen Entwurf für das Regelbuch, das hunderte Seiten umfasst. Es dient als Vorlage für den Text, der im nächsten Jahr Teil des Völkerrechts wird. Außerdem ist eine Einigung im Streit um die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen erzielt worden. Am Rande der Verhandlungen bildete sich eine Allianz aus bislang 19 Staaten, die aus der Kohle aussteigen wollen. Deutschland ist kein Gründungsmitglied dieses Bündnisses.

Do. 16.11.17

Internationale Allianz für Kohleausstieg gebildet

Großbritannien, Kanada und mehrere andere Staaten haben sich auf der Weltklimakonferenz in Bonn zu einer internationalen Allianz für den Kohleausstieg zusammengeschlossen. Die Abkehr von der Kohle-Energie sei der richtige Schritt, sagte Kanadas Umweltministerin Catherine McKenna am Donnerstag. "Wir schulden es unseren Kindern", betonte sie. Deutschland ist nicht Teil des Bündnisses.

Neben Großbritannien und Kanada gehören der "Powering Past Coal Alliance" 23 weitere Mitglieder an, darunter Frankreich, Italien, Österreich, Finnland, Mexiko, Portugal, Costa Rica und die Marshallinseln, aber auch einzelne Provinzen wie das kanadische British Columbia.

Mi. 15.11.17

Konferenz geht in die entscheidende Phase

Auf der Weltklimakonferenz in Bonn wird heute die heiße Phase eingeläutet. Rund 300 Staats- und Rergierungschefs sowie weit über 100 Ministerinnen und Minister treffen auf dem Gelände in Bonn ein. Unter ihnen sind Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Das sogenannte "High-Level-Segment" wird um 15 Uhr durch Steinmeier, den Premierminister der Republik Fiji Frank Bainimarama und UN-Generalsekretär António Guterres eröffnet.

Themen am Mittwoch sind unter anderem die Finanzierungsstruktur für Extremwetterschäden durch Stürme, Fluten und Hurrikans. Dieses Thema ist besonders aktuell durch die verheerenden Stürme in der Karibik und der US-Küste in den letzten Monaten.

Di. 14.11.17

Staatssekretär Flasbarth sieht Verhandlungsdelegationen auf dem "Schlusskurs"

Die UN-Klimakonferenz in Bonn wird nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums pünktlich am Freitagabend zu Ende gehen. Dieses Jahr müssten die Teilnehmer der Klimakonferenz wohl nicht "nachsitzen", sagte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth am 14.11.17 in Bonn. Es gehe mittlerweile "wirklich auf den Schlusskurs zu".

Flasbarth erinnerte daran, dass definitive Entscheidungen wie etwa über das so genannte Regelbuch zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens erst bei der nächsten UN-Klimakonferenz Ende 2018 im polnischen Kattowitz fallen müssten. In Bonn müssten die Texte ausgehandelt werden, auf deren Grundlage diese Entscheidungen fallen könnten. Diese lägen bereits weitgehend vor, es seien aber noch Verfahrensfragen zu klären, sagte der Staatssekretär.

UN-Generalsekretät Guterres: "Das Pariser Abkommen ist in Gefahr"

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Teilnehmer der Weltklimakonferenz in Bonn zu verstärkten Anstrengungen für den Klimaschutz aufgerufen. "Die CO2-Emissionen steigen wieder an, und das Pariser Abkommen ist in Gefahr", mahnte Guterres am Dienstag auf Twitter. "Wir müssen mehr tun!" Er rufe alle Regierungen "zu größerem Ehrgeiz beim Kampf gegen den Klimawandel auf".

Im übrigen sei er jetzt selbst auf dem Weg nach Bonn. Dort werden die Verhandlungen ab Mittwoch, den 15.11.17, auf Ministerebene geführt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron werden erwartet.

Verbindung zwischen Klimaschutz und dem Kampf gegen Hungersnöte

Am neunten Tag der Klimakonferenz COP 23 liegt der Fokus im Gebiet der BonnZone auf der Verbindung zwischen Klimaschutz und dem Kampf gegen Hungersnöte. Während des gesamten Tages sind verschiedene Veranstaltungen im Gebiet der Rheinaue für die gesamte Öffentlichkeit zugänglich. Unter anderem gibt es eine Ausstellung "The United Nations in Germany with regard to the Agenda 2030" im Haus der Bildung.

Schutz kleiner Inselstaaten

Im Deutschen Pavillon wird das Thema "Kleinen Inselstaaten und Klimaschutz" diskutiert. Es geht darum, welche Möglichkeiten es für den Schutz kleiner Inselstaaten vor den Folgen des Klimawandels gibt und was Deutschland dazu beitragen kann.

An der Diskussion nehmen u.a. Anote Tong, ehemaliger Präsident des pazifischen Inselstaats Kiribati und Sonderberater für Conservation International, und BMUB-Staatssekretär Jochen Flasbarth teil.

phoenix Erklärstück zum Thema Klimapolitik und den bisherigen Beschlüssen der Klimakonferenzen

Mo. 13.11.17

#kurzerklärt: Ist der Klimawandel noch zu stoppen?

Die CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre ist auf einem Rekordhoch. Deshalb haben sich viele Staaten verpflichtet, ihre Emissionen zu begrenzen. Doch die Maßnahmen reichen nicht aus, sagen Wissenschaftler. Ist der Klimawandel noch zu stoppen?

Von Stephan Lenhardt, SWR

Weltweiter Kolendioxid-Ausstoß steigt 2017 wieder an

Experten zufolge soll der Ausstoß von Kolendioxid im Jahr 2017 auf 41 Gigatonnen ansteigen, womit im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren ein Anstieg von gut zwei Prozent vorliegt. Der Großteil der CO2-Emissionen - etwa 37 Gigatonnen - entfällt auf die Nutzung fossiler Brennstoffe. Die Forscher präsentieren ihre Daten unter anderem im Journal "Environmental Research Letters".

Den Hauptanteil dieses Anstiegs trägt China. Wegen der stärkeren Nutzung von Kohle als Brennstoff würden sie 2017 voraussichtlich im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf insgesamt 10,5 Gigatonnen steigen. In Europa und den USA sind die Emissionen hingegen zurückgegangen, mit einer Abnahme von geschätzt 0,2 und 0,4 Prozent allerdings viel zu langsam, um dem Anstieg in anderen Regionen der Welt etwas entgegenzusetzen, schreiben die Forscher.

Al Gore sieht trotz Trump Fortschritte beim Klimaschutz in den USA

Der ehemalige US-Vizepräsident, Al Gore glaubt trotz der Haltung von US-Präsident Donald Trump an Fortschritte beim Klimaschutz in den USA. Eine Zusammenarbeit von Demokraten und Republikanern bei diesem Thema hält der Friedensnobelpreisträger und Umweltaktivist durchaus für möglich: "Wir sind nicht weit entfernt von einer Arbeitskoalition im Repräsentantenhaus und im Senat", sagte Gore am Rande des Weltklimagipfels in Bonn dem Fernsehsender phoenix.

Gute Fortschritte sieht Gore bereits auf Ebene der US-Bundesstaaten oder bei Stadtverwaltungen. "Es gibt bereits unglaublich viele Städte, die sich verpflichtet haben, 100 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen", so Gore. Auch viele Bundesstaaten hätten geplant, Treihausemissionen zu reduzieren, bzw. dies schon in die Tat umgesetzt. "Besonders beeindruckend“ sei, so Al Gore, „dass tausende von Unternehmen die Geschwindigkeit der Regierung monieren und jetzt selbst 100 Prozent erneuerbare Energien einsetzen".

Mit Blick auf den von US-Präsident Trump angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen erklärte Gore: "Der Zug ist bereits abgefahren." Wie alle anderen Nationen seien auch die USA auf diesen Zug aufgesprungen, und das habe Konsequenzen. Rechtlich gesehen sei der erste Tag, an dem die USA aus dem Ankommen aussteigen könne, der Tag nach den nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020. "Die USA sind immer noch dabei", so Gore. Dies habe Einfluss etwa auf die Planungen von Unternehmen und den Einsatz erneuerbarer Energien.

So. 12.11.17

Der siebte Tag der Klimakonferenz COP 23 steht im Zeichen des Bundeslandes NRW. Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) und Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eröffnen den ICLAI-Klimagipfel der Städte und Regionen.

Ministerpräsident Armin Laschet hat bei der Weltklimakonferenz in Bonn die besondere Rolle von Städten und Regionen betont. Sie seien oft "Vorreiter in Sachen Klimaschutz", sagte Laschet am Sonntag beim Gipfel der Städte und Regionen. "Schließlich sind sie im Kampf gegen den Klimawandel am stärksten gefordert."

Nordrhein-Westfalen sei das beste Beispiel dafür, dass sich Ökologie, Wirtschaftlichkeit und nachhaltige Energieproduktion nicht widersprechen müssten. Das bevölkerungsreichste Bundesland sei "auf dem richtigen Weg in ein neues Zeitalter der Nachhaltigkeit". Laschet appellierte: "Lassen Sie uns von Bonn aus gemeinsam ein starkes Signal gegen den Klimawandel in die Welt senden."

Sa. 11.11.17

Bundeskanzlerin Merkel vor Klimagipfel

Deutschlands Industrie muss laut Bundeskanzlerin Merkel Vorbild für die Entwicklung der Weltwirtschaft sein. Die hochentwickelten Industrieländer hätten die Aufgabe, technische Innovationen zu finden und Umwelttechnologien nach vorne zu bringen, so die Kanzlerin.

Klimaschutz trifft auf Karnevalskultur

Gegen eben diese Einstellung der Bundeskanzlerin demonstrierten am Samstag rund 2.000 Menschen. "Frau Merkel verschläft den Klimaschutz", stand unter anderem auf Plakaten der Demonstranten. Zur Halbzeit der Weltklimakonferenz zog die karnevalistisch geprägte Demonstration unter dem Motto "Wir treiben die bösen Geister des Klimawandels aus" von der Innenstadt bis zum Tagungsort im früheren Regierungsviertel.

Die Polizei sprach von einem "absolut friedlichen Verlauf". Auch ein zweite Demo in der Innenstadt blieb ruhig, sagte ein Polizeisprecher. Diese "Großdemo am Weltklima-Aktionstag" hatten unter anderem die Verdi Jugend und die Bundesweite Montagsdemo organisiert.

Do. 09.11.17

Jochen Flasbarth zu Gast

Staatssekretär Jochen Flasbarth zieht am deutschen Pavillon Bilanz der sogenannten "Bonn Challenge" zum Wiederaufbau von Wäldern. Außerdem nimmt er im phoenix Interview Stellung zu den Entscheidungen der Europäischen Union in der Debatte um den Emissionshandel, die deutschen Klimaziele und die Bedeutung der Sondierungsgespräche.

Mi. 08.11.17

Kempf fordert einheitliche Kohlendioxid-Preise

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert einheitliche Kohlendioxid-Preise auf internationaler Ebene, um die globalen Klimaziele zu erreichen. Nach einem Treffen mit dem Chef des französischen Spitzenverbands Medef, Pierre Gattaz, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf am Mittwoch: "Aus Sicht der Unternehmen in Frankreich und Deutschland sind Marktmechanismen wie ein internationaler CO2-Preis das wirksamste Mittel, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen."

Bei der Weltklimakonferenz in Bonn sollen noch bis zum 17. November Regeln erarbeitet werden, wie die einzelnen Länder ihren CO2-Ausstoß künftig messen und angeben.

Di. 07.11.17

Bundesregierung sieht gelungenen Auftakt der Weltklimakonferenz

Die Weltklimakonferenz in Bonn ist nach Einschätzung der Bundesregierung positiv gestartet. "Die Stimmung ist sehr gut unter den Delegierten", sagte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth am Dienstag, den 07. November 2017. "Das spiegelt sich auch im Verlauf des ersten Verhandlungstags wider."

Aus seiner Erfahrung mit früheren Konferenzen wisse er, dass dies keineswegs selbstverständlich sei. Die Auftaktveranstaltung habe sogar etwas "Fidschi-Spirit" ins Rheinland gebracht. Deutschland ist "technischer Gastgeber" der Konferenz, den Vorsitz haben die Fidschi-Inseln.

Indigene Völker im Blickpunkt für Tag zwei

In Bonn wird am Dienstag, den 07. November 2017, die Weltklimakonferenz fortgesetzt. Besonders im Blickpunkt stehen am zweiten Tag indigene Völker. In weltweit rund 90 Staaten leben nach UN-Angaben zusammen mehr als 370 Millionen Ureinwohner. Unverhältnismäßig oft haben sie unter dem Klimawandel zu leiden.

Sie müssen zum Beispiel ihre angestammten Wohngebiete verlassen, weil der Meeresspiegel steigt, der Wald abgeholzt wurde oder ihre natürliche Lebensgrundlage wegfällt. Häufig sind die rund 5000 indigenen Völker von Diskriminierung und Armut betroffen. Sie stellen nur etwa fünf Prozent der Weltbevölkerung, aber 15 Prozent der in Armut lebenden Menschen.

Deutschland sichert insgesamt 100 Millionen Euro finanzielle Hilfe zu

Deutschland, der "technische Gastgeber" der Konferenz, will seine finanzielle Hilfe für die vom Klimawandel besonders bedrohten Inselstaaten verstärken. Das Entwicklungsministerium stellt unter anderem 50 Millionen Euro für den Fonds der am wenigsten entwickelten Länder bereit.

Die deutschen Zusagen in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro direkt am ersten Tag der Konferenz fanden viel Beifall. "Ein guter Start und ein willkommenes Signal dafür, dass Deutschland seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt", sagte der Klimaexperte Jan Kowalzig von Oxfam.

Mo. 06.11.17

Die Klimakonferenz wurde offiziell eröffnet

Um kurz nach 10.00 Uhr Ortszeit wurde die Weltklimakonferenz in Bonn ooffiziell eröffnet. In den kommenden zwei Wochen soll die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens vorangebracht werden. So sollen beispielsweise Regeln erarbeitet werden, um zu verhindern, dass Länder geschönte Angaben zu ihrem CO2-Ausstoß machen. Weiterhin soll Konsequenzen des Ausstiegs der USA aus dem Abkommen diskutiert werden.

CARE fordert, Bedürfnisse von Frauen und Mädchen in den Fokus zu rücken

Die internationale Hilfsorganisation CARE fordert zu Beginn der COP23 eine besondere Beachtung der Folgen des Klimawandels für Frauen und Mädchen. "Frauen sind häufig höheren Risiken und größeren Belastungen durch die Auswirkungen des Klimawandels ausgesetzt als Männer, die Situation muss sich drastisch verbessern", sagt Sven Harmeling, klimapolitischer Koordinator und Leiter der COP23-Delegation von CARE International. "Die Regierungen müssen einen geschlechtergerechten Arbeitsplan für klimabedingte Verluste und Schäden einführen. Jährlich müssen etwa 43 Milliarden Euro für den Wiederaufbau nach Klimakatastrophen identifiziert werden."

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