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New York: Anschlag in Manhattan

Pick-up-Truck rast in Manhattan über Rad- und Fußweg

Die Attacke weckt Erinnerungen an ähnliche Terrorangriffe mit Fahrzeugen in den vergangenen Jahren. Im August gab es auf den Ramblas in Barcelona Tote und Verletzte, als ein Angreifer mit einem Van in die Fußgängerzone fuhr. Anfang Juni wurden in der britischen Hauptstadt mit einem Transporter Menschen auf der London Bridge überfahren. Knapp ein Jahr zuvor war ein islamistischer Attentäter in Nizza mit einem Lastwagen in ein Menschenmenge gerast. Im Dezember 2016 hatte der Tunesier Anis Amri einen gekaperten Lkw in einen Weihnachtsmarkt in Berlin gesteuert.

Terror im Herzen von New York

Stadtansicht von New York

New York (Quelle: ap photo/henny ray abrams)

Ein Attentäter ist in Manhattan mit einem Kleinlaster in Fußgänger und Fahrradfahrer gerast und hat dabei acht Menschen getötet und zwölf weitere verletzt. Der 29-jährige Mann sei mit dem gemieteten Pick-up-Truck auf einen Fußgänger- und Fahrradweg gefahren und habe mehrere Menschen überfahren oder gerammt, teilten die New Yorker Polizei (NYPD) und Bürgermeister Bill de Blasio bei einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag, 31.10.17, mit. De Blasio sprach von einem feigen "Terrorakt".

Bei dem Täter handelt es um einen legal in den USA lebenden Usbeken. Der Mann kam 2010 in die USA und lebte legal mit einer Green Card im Land. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den mutmaßlichen Attentäter Sayfullo S. Strafantrag wegen Unterstützung einer Terrororganisation gestellt. In einer ersten Vernehmung hatte dieser die Tat zugegeben und sich zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt.

Unter den Toten von New York waren nach Angaben der Behörden der jeweiligen Länder auch eine Belgierin sowie fünf Argentinier. Entgegen erster Meldungen ist keine Person aus Deutschland dabei. Ein Polizist hatte dem Mann in den Bauch geschossen, er wurde festgenommen, in eine Klinik gebracht und operiert. Der 29-jährige Täter habe die Attacke allem Anschein nach "seit einer Reihe von Wochen" vorbereitet, sagte John Miller von der New Yorker Polizei bei einer Pressekonferenz in New York am Mittwoch. Am Mittwoch hat die US-Bundespolizei FBI einen weiteren Mann aus Usbekistan zur Fahndung ausgeschrieben, der "Informationen zu dem tödlichen Angriff" haben könnte.

Polizist als Held gefeiert

New York Polizeiuntersuchung nach Attentat

Polizei untersucht Ort des Attentats in New York (Quelle: Justin Lane (epa-efe/rex/shutters))

Der 28-jährige Polizist Ryan Nash, welcher sich zum Tatzeitpunkt in der Stuyvesant High School nahe dem Tatort befand und dem Attentäter in den Bauch schoss, wird in New York als Held gefeiert. "Dutzende weitere Leben hätten in Gefahr sein können", sagte Bürgermeister Bill de Blasio. "Ryan hat diese Gefahr sofort gestoppt." Nash sei "ein guter junger Mann" und "sehr bescheiden bei dem, was er getan hat, aber was er getan hat, war außergewöhnlich", so der Brügermeister. Auch Polizeichef James O'Neill und Gouverneur Andrew Cuomo lobten den Mut des Polizisten, der seit fünf Jahren im Dienst des NYPD steht, und feierten ihn als Helden.

Der Gouverneur des Bundestaates New York, Andrew Cuomo, sagte am Mittwoch, dass sich der aus Usbekistan stammende Täter in den Vereinigten Staaten radikalisiert habe. Der festgenommene Attentäter mit Beziehungen zum IS soll nun möglicherweise in Guantanamo inhaftiert werden. Dies teilte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch Journalisten in Washington mit. Trotz Kritik hatte sich Trump bereits zu seinem Amtsantritt dafür ausgesprochen, das von Menschen- und Bürgerrechtlern angeprangerte Gefangenenlager wieder stärker zu nutzen.

Acht Tote, verletzter Täter, erhöhte Sicherheit

Die Sicherheitsvorkehrungen in der Millionenmetropole wurden verstärkt, die traditionelle am Abend des 31. Oktober in New York stattfindende Halloween-Parade wurde aber dennoch abgehalten. Es gebe aber keine Hinweise auf eine andere akute Bedrohung in der Stadt, sagte Gouverneur Andrew Cuomo. Der Vorfall ereignete sich im Südwesten Manhattans. Auf Höhe der West Houston Street raste der 29-Jährige mit einem gemieteten weißen Pick-up-Truck auf einen Fußgänger- und Fahrradweg etwa 20 Straßenblocks weit. Auf Höhe der Chambers Street kollidierte der Truck vor einer High School mit einem Schulbus und kam zum Stehen.

vor ort

Do. 02.11.17, 09.00 Uhr

Dann hielt er zwei Waffen hoch, die sich später als eine relativ ungefährliche Paintballpistole und ein Luftgewehr herausstellten. Der US-Nachrichtensender CNN meldete unter auf eine Polizeiquelle, in dem Fahrzeug sei eine auf Englisch verfasste Notiz gefunden worden. In ihr heiße es, die Tat sei im Namen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübt worden. Andere Medien sprachen später von einer umfangreichen Notiz in arabischer Sprache.

US-Präsident Donald Trump kündigte er an, dass er seine Regierung angewiesen habe, die Sicherheitsüberprüfungen zu verschärfen. In einem Tweet forderte er die Todesstrafe für den Attentäter.

mit Material von dpa

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