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ZDF-Politbarometer

SPD fällt weiter, nur GroKo und Jamaika rechnerisch möglich

Zwei Tage vor der Bundestagswahl hat das ZDF-Politbarometer noch einmal Umfragedaten der Forschungsgruppe Wahlen veröffentlicht. Darin fällt die SPD um weitere 1,5 Prozentpunkte gegenüber letzter Woche, die Union bleibt stabil und die AfD legt um einen Prozentpunkt zu. Rechnerisch wäre nach diesen Umfrageergebnissen nur eine Große Koalition oder ein Jamaika-Bündnis möglich.

Umfragewerte der Parteien_ZDF

Die Union ist in der aktuellen Umfrage immer noch stärkste Kraft, die SPD liegt auf platz zwei. (Quelle: ZDF/Forschungsgruppe Wahlen)

In den Umfragedaten des ZDF-Politbarometer liegt die Union (CDU/CSU) weiterhin auf Platz eins mit unverändert 36 Prozent. Die SPD bleibt zwar auf Platz zwei, verliert jedoch im Vergleich zur letzten Umfrage vor einer Woche 1,5 Prozentpunkte und liegt nun bei 21,5 Prozent. Drittstärkste Partei ist die AfD, die in dieser Woche einen Prozentpunkt dazu gewann und damit ein Umfrageergebnis von elf Prozent erhält. Die Grünen stehen immer noch bei acht Prozent und die FDP bei zehn, damit konnten beide Parteien ihr Umfrageergebnis von letzter Woche stabil halten. Die Linke verlor 0,5 Prozentpunkte und liegt in der aktuellen Umfrage bei 8,5 Prozent.

Der Tag

Do. 21.09.17, 23.00 Uhr

Auf der Grundlage dieser neuen Umfragedaten wäre rechnerisch nur eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD möglich oder eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP.

Auch in dieser Woche hat die Forschungsgruppe Wahlen den Befragten noch einmal die Kanzlerfrage gestellt. Dabei gaben 56 Prozent der Befragten an, dass sie Angela Merkel (CDU) als Bundeskanzlerin am liebsten hätten, 32 Prozent der Befragten sagen dies von dem SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Bei Zahlen sind gegenüber letzter Woche unverändert.

Einen neuen ARD-DeutschlandTrend gab es in dieser Woche nicht.


In der letzten Woche fielen die Umfragewerte im ZDF-Politbarometer und im ARD-DeutschlandTrend noch wie folgt aus:


Auch in der letzten Woche haben ARD und ZDF Umfragen zum Thema Bundestagswahl veröffentlicht. Die beiden Umfrageinstitute Infratest dimap (ARD) und Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) haben Wählerinnen und Wähler befragt, welche Partei sie wählen würden und für welchen Kanzlerkandidaten sie sich entscheiden würden, wenn die Bevölkerung den Kanzler direkt wählen könnte. Auch Rechtsextremis in der AfD war ein Thema, genau wie mögliche Koalitionsbildungen.

Union vor SPD

Umfragewerte der Parteien_ARD

Im DeutschlandTrend lag die Union weiterhin klar auf Platz eins. (Quelle: ARD/ Infratest dimap)

Sowohl beim ARD-DeutschlandTrend als auch beim ZDF-Politbarometer lag die Union weiterhin vorne. Während sie im DeutschlandTrend unverändert bei 37 Prozent stand, hat sie im Politbarometer zwei Prozentpunkte eingebüßt auf 36 Prozent. Besonders stark gingen die Werte bei der SPD auseinander. Beim ARD-DeutschlandTrend fuhr sie letzte Woche mit 20 Prozent ihren Tiefstwert seit Januar ein. Gegenüber der vorherigen Woche haben die Sozialdemokraten einen weiteren Prozentpunkt verloren. Im ZDF-Politbarometer hingegen konnte die SPD sogar noch einen Punkt zulegen und lag bei 23 Prozent.

AfD in beiden Umfragen auf Platz drei

Die AfD lag in beiden Umfragen auf Platz drei. Im DeutschlandTrend erreichte sie ein Spitzenergebnis von zwölf Prozent (plus ein Prozentpunkt), im Politbarometer kam sie dagegen auf zehn Prozent (plus ein Prozentpunkt). Damit war sie in der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) gleichauf mit der FDP, die ebenfalls seit der vorherigen Woche einen Punkt dazu gewann und dann bei zehn Prozent lag. Infratest dimap veröffentlichte für die FDP einen Umfragewert von 9,5 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte).

Es folgten Linke und Grüne. Die Linke kam bei beiden Umfragen auf neun Prozent (ARD: minus ein Prozentpunkt; ZDF: unverändert), wohingegen die Grünen 7,5 Prozent (ARD-Deutschlandtrend, minus 0,5 Prozentpunkte) bzw. acht Prozent (ZDF-Politbarometer, unverändert) erhielten.

GroKo und Jamaika möglich

Damit ergab sich in beiden Umfragen nur die Große Koalition als mögliche Zweier-Koaltion. Ansonsten bliebe noch die Option einer Jamaika-Koalition (CDU/CSU, FDP, Grüne), was jedoch bislang von FDP und Grüne eher abgelehnt wurde. 46 Prozent der Unions-Anhänger würden ein Bündnis aus Union, FDP und Grüne allerdings bevorzugen, 45 Prozent sprachen sich für eine Weiterführung der GroKo aus. 50 Prozent der SPD-Wähler gaben an, die Regierungsarbeit mit der CDU/CSU fortführen zu mögen, während 46 Prozent ihre Partei lieber in der Opposition sähen.

Merkel vor Schulz

Kanzlerfrage_ZDF

Im Politbarometer kamen beide Kandidaten bei der Kanzlerfrage noch auf etwas höhere Werte. (Quelle: ZDF/Forschungsgruppe Wahlen)

In den Umfragen der letzten Woche mussten beide Kanzlerkandidaten bei der Kanzlerfrage Punkte einbüßen. Im ZDF-Politbarometer verloren sowohl Angela Merkel (CDU) als auch Martin Schulz (SPD) jeweils einen Punkt. Merkel lag dann bei 56 Prozent, Schulz kam auf 32 Prozent. Im ARD-DeutschlandTrend musste Merkel sogar einen Verlust von drei Prozentpunkten verzeichnen und kam nur noch auf 51 Prozent, wobei sie immer noch weit vor ihrem Herausforderer Schulz lag, der einen Punkt einbüßte und auf 25 Prozent kam.

Rechtsextremismus in der AfD

Rechtsextremismus in der AfD

Nach Meinung der Befragten ist Rechtsextremismus in der AfD relativ weit verbreitet. (Quelle: ZDF/Forschungsgruppe Wahlen)

Eine Mehrheit der Befragten war im ZDF-Politbarometer der Auffassung, dass die AfD rechtsextremistische Ansichten vertritt. 45 Prozent sagten, diese seien in der Partei sehr weit vertreten, 34 Prozent sagten, sie seien wenigstens weit verbreitet. Auch beim DeutschlandTrend fand eine deutliche Mehrheit der Befragten, dass die AfD sich nicht genug von rechtsextremen Positionen abgrenzt. Gleichzeitig waren über 90 Prozent der AfD-Anhänger der Meinung, die AfD sei vor allem dazu da, die Flüchtlingspolitik der Regierung zu verändern.

Wichtigkeit von Themen bei der Wahlentscheidung

Infratest dimap hat die Wähler außerdem gefragt, welches politische Thema für sie besonders wichtig ist bei ihrer Wahlentscheidung. Dabei gaben 64 Prozent der Befragten an, dass Schul- und Bildungspolitik sehr wichtig für sie ist. 59 Prozent sahen die Bekämpfung des Terrorismus als wichtigstes Thema für ihre Wahlentscheidung an. 57 Prozent sagten das von der Rente bzw. der Absicherung im Alter, für 56 Prozent war es das Thema Kriminalität. Angemessene Löhne waren für 53 Prozent der Befragten sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung.

Es folgten Themen wie „Verringerung der Unterschiede zwischen Arm und Reich“, „Umwelt- und Klimaschutz“, „Gesundheitspolitik“, „Familienpolitik“, „Außenpolitik“, „Integration von Flüchtlingen“, „Wohnungsbau und Mietpolitik“, „Zuwanderung von Flüchtlingen“, „Steuerpolitik“, „Ausbau der digitalen Infrastruktur“, „Aufarbeitung der Dieselaffäre“, „Förderung des Wirtschaftswachstums“ und „Fachkräftegewinnung im Ausland“.

Großteil der Wähler immer noch unentschieden

Vor Ort

Fr. 15.09.17, 09.00 Uhr

Auffallend war auch, dass in beiden Umfragen ein Großteil der Befragten angab, sich noch nicht endgültig entschieden zu haben, welche Partei er bei der Bundestagswahl am 24. September wählen möchte. Beim Politbarometer traf dies auf 39 Prozent der Befragten zu. Im DeutschlandTrend hatte sich nur etwas mehr als die Hälfte der Wähler schon entschieden, wo sie am Sonntag ihr Kreuzchen setzen wird.

Franziska Schmitt mit Material von dpa, reuters, ots und heute.de

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