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"Der lachende Dritte – Wladimir Putin und der zerstrittene Westen"

Unter den Linden - Mo. 19.06.17, 22.15 - 23.00 Uhr; Wdh. Di. 20.06.17, 00.00 Uhr

Kartenreservierungen telefonisch unter 030-5360640

Michaela Kolster / Unter den Linden

Michaela Kolster (Quelle: phoenix/Christian Marquardt)

Seit Donald Trumps Amtsübernahme knirscht es bedenklich im Verhältnis zwischen den USA und den europäischen Nato-Partnern. Vordergründig geht es um eine gerechte Verteilung der Kosten - im Kern aber um nicht weniger als die Frage, wie solidarisch der „Westen“ sicherheitspolitisch aufgestellt ist. Europa sieht sich vor die Aufgabe gestellt, selbst für sich einzustehen. Besonders die Nato-Staaten im östlichen Teil Europas fordern ein klares Bekenntnis zur Nato – von den USA und den westeuropäischen Partnern. Denn Russland wird spätestens seit der Annexion der Krim besonders in den osteuropäischen Ländern wieder als Bedrohung empfunden.

Und Wladimir Putin? Der russische Präsident hat gerade wieder imageträchtig im Staatsfernsehen Fragen aus dem eigenen Volk beantwortet. Und auch in den USA ist er täglich in den Medien. Das Verhältnis von Donald Trump und seinem Mitarbeiterstab eben zu Russland prägt und bestimmt über dessen Präsidentschaft. Man könnte sagen: Putin treibt den Westen. Wie regiert der Westen auf Putins Russland? Wie geschlossen ist die westliche Allianz noch? Welche Ziele verfolgt Putin? Was wird aus der Nato?

Diese und andere Fragen diskutiert Michaela Kolster mit ihren Gästen:

- Wolfgang Gehrke (Außenpolitischer Sprecher Bundestagsfraktion Die Linke)
- Prof. Wolfgang Ischinger (Botschafter, Vorsitzender Münchener Sicherheitskonferenz)

Moderation: Michaela Kolster

Biografien:

Wolfgang Gehrke

Geboren am 8. September 1943 in Reichau/Bayern; konfessionslos; verheiratet, eine Tochter.
1950 bis 1959 Volksschule; 1959 bis 1961 Verwaltungslehre.
1961 bis 1968 Verwaltungsangestellter bei der Bundesanstalt für Arbeit; seit 1968 verschiedene berufliche Tätigkeiten im Verlagswesen, als Journalist und in politischen Funktionen.
Mitglied bei ver.di.
1961 Eintritt in die KPD; 1968 Mitbegründer der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ); 1968 bis 1974 stellvertretender Vorsitzender der SDAJ, danach bis 1979 Bundesvorsitzender; Mitinitiator von sozialen und demokratischen Bewegungen u. a. der Ostermarschbewegung, der neueren Friedensbewegung, der Bewegung gegen Notstandsgesetze und der Lehrlings- und Schülerbewegung, Engagement für deutsch-deutsche Jugendbeziehungen und für die Zusammenarbeit von Jugendverbänden aus Ost- und Westeuropa; 1968 Gründungsmitglied der DKP; 1973 bis 1989 Mitglied des Parteivorstandes, zeitweise Präsidiumsmitglied; 1981 bis 1989 Bezirksvorsitzender der DKP Hamburg, einer der Sprecher der Erneuerungsströmung; 1990 Austritt aus der DKP und Eintritt in die PDS; 1991 bis 1993 Bundesgeschäftsführer der PDS; 1993 bis 1998 stellvertretender Bundesvorsitzender; Oktober 2002 erneute Wahl in den Parteivorstand der PDS, Sprecher für Außenpolitik und internationale Zusammenarbeit; Gründungsmitglied der Partei der Europäischen Linken; 2004 Wahl in den Landtag Brandenburg und hier Mitglied im Europaausschuss.
Mitglied des Bundestages 1998 bis 2002 und seit 2005; in der 14. Wahlperiode stellvertretender Fraktionsvorsitzender und außenpolitischer Sprecher der PDS-Fraktion; 2005 Obmann im Auswärtigen Ausschuss.

Quelle: https://www.bundestag.de/abgeordnete18/biografien/G/gehrcke_wolfgang/258366

Prof. Wolfgang Ischinger

Botschafter Wolfgang Ischinger ist seit 2008 Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz und außerdem Senior Professor for Security Policy and Diplomatic Practice an der Hertie School of Governance in Berlin. Er berät daneben Regierungen, internationale Organisationen und Unternehmen bei politisch-strategischen Fragestellungen. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bonn und Genf studierte Ischinger Völkerrecht, internationale Wirtschaftsbeziehungen und Zeitgeschichte an der Fletcher School of Law and Diplomacy und der Harvard Law School (M.A., Fletcher School, 1973). Wolfgang Ischinger blickt auf eine lange diplomatische Karriere zurück, die 1973 im Sekretariat der Vereinten Nationen in New York begann. Von 1982 bis 1990 war er persönlicher Mitarbeiter des Bundesministers des Äußeren. 1990 wurde er zum Gesandten und Leiter der Politischen Abteilung der Deutschen Botschaft in Paris ernannt. Anschließend war Wolfgang Ischinger von 1993 an Chef des Planungsstabes im Auswärtigen Amt, bevor er 1995 als Ministerialdirektor Leiter der Politischen Abteilung wurde. In dieser Funktion leitete Ischinger u.a. die deutschen Delegationen bei den Bosnien-Friedensverhandlungen in Dayton/Ohio 1995, bei den NATO-Russland-Verhandlungen 1996/1997 und in der Kosovo-Krise 1998/1999. Im Oktober 1998 wurde Ischinger Staatssekretär des Auswärtigen Amts. Von 2001 bis 2006 war Ischinger deutscher Botschafter in Washington und von 2006 bis 2008 in London. 2007 vertrat er zudem die EU in den Troika-Verhandlungen über den Status des Kosovo. Im Jahr 2014 war Ischinger Vertreter des Chairman-in-Office der OSZE in der Ukraine, mit dem Ziel, einen nationalen Dialog durch runde Tische zu fördern. 2015 hat er den Vorsitz einer von der OSZE etablierten Kommission (Panel of Eminent Persons on European Security as a Common Project) übernommen, die Vorschläge zur Stärkung der europäischen Sicherheit erarbeitet hat (mehr Informationen über die Arbeit des Panels finden Sie hier). Von Mai 2008 bis Dezember 2014 war er Generalbevollmächtigter für Regierungsbeziehungen der Allianz SE, München. Er ist heute Vorsitzender des Aufsichtsrats der Agora Strategy Group AG, München, und Mitglied des European Advisory Board von Investcorp, London/New York. Botschafter Ischinger ist u.a. Mitglied des Board der International Crisis Group (ICG) und des Stiftungsrates der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), des Governing Board des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) und des Beirats der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS). Zudem sitzt Ischinger u.a. im Board des East-West-Institute in New York und des American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) ebenso wie der American Academy, Berlin. Er ist Mitglied der Trilateralen Kommission und des European Council on Foreign Relations (ECFR). Seit 2010 ist Wolfgang Ischinger außerdem Honorarprofessor an der Universität Tübingen. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Pristina und Eriwan. Botschafter Ischinger ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und zahlreicher hoher ausländischer Ehrungen, u.a. Kommandeur der französischen Ehrenlegion. 2008 wurde ihm die Leo Baeck Medaille des Leo Baeck Institute in New York verliehen. 2015 wurde ihm von Verteidigungsministerin von der Leyen die Manfred Wörner Medaille verliehen.

Quelle: https://www.securityconference.de/ueber-uns/vorsitz/

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