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"Neuer Wind in Europa – Wie lieb und teuer ist uns die EU?"

Unter den Linden - Mo, 22.05.17, 22.15 Uhr; Wdh. Di, 23.05.17, 00.00 Uhr

Kartenreservierungen telefonisch unter 030-5360640

Michaela Kolster / Unter den Linden

Michaela Kolster (Quelle: phoenix/Christian Marquardt)

2017 ist als das Schicksalswahljahr für Europa apostrophiert worden. Die ersten Wahlen des Jahres in den Niederlanden, Österreich und Frankreich haben gezeigt, dass die europafeindlichen Kräfte keine Mehrheiten fanden. Die Europäische Union kann durchatmen – vorerst scheint ihre Zukunft gesichert. In einem sind sich allerdings alle einig: Ein „Weiter so!“ kann und darf es nicht geben. Weitreichende Reformvorschläge für die EU kommen vom neuen französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. Doch diese haben es in sich: Vor allem Deutschland ist gefordert. Nicht wenige Beobachter befürchten, dass die stärkste Volkswirtschaft sich finanziell noch mehr für Europa engagieren muss. Anderen wiederum gehen Macrons Forderungen nicht weit genug.

Wie stark rückt das Thema EU-Finanzierung in den Fokus des Bundestagswahlkampfes? Wie reformfähig ist die EU? Was wird aus dem deutsch-französischen Motor für Europa?

Diese und weitere Fragen diskutiert Michaela Kolster mit ihren Gästen:

- Prof. Hans-Werner Sinn (Wirtschaftswissenschaftler)
- Dietmar Bartsch (Fraktionsvorsitzender Die Linke im Deutschen Bundestag)

Moderation: Michaela Kolster

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn:
Der am 7. März 1948 geborene Ökonom war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2016 Präsident des ifo Instituts, Direktor des Center for Economic Studies (CES) und Geschäftsführer der CESifo GmbH. Das ifo Institut wurde während seiner Präsidentschaft von einer forschungsbasierten Serviceeinrichtung zu einem Forschungsinstitut umgewandelt, welches unter allen ökonomischen Instituten Deutschlands das in den Medien und in der Wissenschaft am meisten zitierte ist.
Im Jahr 1991 gründete Sinn das Center for Economic Studies (CES), das er als Institut der volkswirtschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2016 leitete und das im Laufe der Jahre ca. 800 auswärtige Forscher aus aller Welt an die Fakultät brachte. In Verbindung mit dem ifo Institut im Jahr 1999 entstand das CESifo-Forschernetzwerk mit mittlerweile weit über 1000 Ökonomie-Professoren aus aller Welt. Es ist weltweit eines der größten und bekanntesten Netzwerke seiner Art und wurde von Sinn ebenfalls bis zu seiner Pensionierung geleitet.
Sinn promovierte 1978 an der Universität Mannheim und habilitierte sich ebenfalls dort im Jahr 1983. Die Universität Magdeburg, die Universität Helsinki und die HHL Leipzig Graduate School of Management verliehen ihm jeweils die Ehrendoktorwürde. Im Februar 2017 erhielt Sinn außerdem die Ehrendoktorwürde der Ökonomischen Universität Prag. Seit 1989 ist er Honorarprofessor der Universität Wien sowie seit 2016 ständiger Gastprofessor an der Universität Luzern. Er ging im April 2016 in Pension und behält als Emeritus ein Büro mit administrativer Unterstützung sowie Forschungsassistenz durch das ifo Institut. Er ist nun auch permanenter Gastprofessor an der Universität Luzern. Von 1984 bis zu seiner Emeritierung im März 2016 war Sinn Ordinarius an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Er hatte zehn Jahre lang den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und Versicherungswissenschaft inne und wechselte danach auf den Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft in derselben Fakultät. Zuvor war er zwei Jahre Professor an der University of Western Ontario (Kanada).
Hans-Werner Sinns Forschungsschwerpunkte umfassen die Themen Steuern, Regulierung, Arbeitsmarkt, Umwelt, Wachstum und erschöpfbare Ressourcen, Außenhandel, Banken, Versicherung und Risiko, Klima und Energie, Demographie und Sozialversicherung, Makroökonomik, Systemwettbewerb und Systemtransformation.

Quelle:http://www.hanswernersinn.de/de/ad_personam

Dr. Dietmar Bartsch:
Der deutsche Politiker ist seit Oktober 2015 neben Sahra Wagenknecht Fraktionsvorsitzender der Partei DIE LINKE. Zuvor bekleidete er seit dem 21. Januar 2010 die Funktion als stellvertretender Fraktionsvorsitzender und vom 16. Juni 2007 bis Mai 2010 war er der Bundesgeschäftsführer dieser Partei.
Bartsch wurde am 31. März 1958 in Stralsund geboren und wurde 1977 Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Nach dem Abitur und dem Grundwehrdienst studierte er von 1978 bis 1983 Politische Ökonomie an der Hochschule für Ökonomie in Berlin.
Im Dezember 1989 wurde Bartsch zum Delegierten für den Außerordentlichen Parteitag der SED gewählt. Auf diesem Parteitag war er Mitbegründer der AG Junge GenossInnen. Im folgenden Jahr promovierte er zum Dr. oec. mit der Dissertation zum Thema "Verteilungsverhältnisse unter den Bedingungen einer Intensivierung der sozialistischen Wirtschaft" ("Распределительные отношения в условиях интенсификации социалистической экономики"). Anschließend wurde er im Januar 1991 zum Schatzmeister der PDS gewählt.
Im November 1994 drohte das Berliner Finanzamt, eine politisch festgesetzte Steuerforderung in Höhe von 67,5 Mio. DM gegen die PDS zu vollstrecken. Gemeinsam mit Gregor Gysi, Lothar Bisky, Michael Schumann, André Brie, Heinz Vietze und Hanno Harnisch trat Bartsch in den Hungerstreik. Mahnwachen und Kundgebungen mit mehreren zehntausend Teilnehmern in Berlin solidarisieren sich mit der PDS und den Streikenden. Im Dezember erhielt die PDS vor Gericht im Streit um die Steuerforderung Recht. Der Hungerstreik wurde beendet.
Als Bundesgeschäftsführer der PDS führte Bartsch seine Partei mit 5,1 % erstmals mit Fraktionsstärke in den Deutschen Bundestag ein. Dort verblieb sie bis Januar 2002, zu dem Zeitpunkt scheiterte sie mit 4,0% an der 5%-Hürde. Drei Jahre später wurde Bartsch zum Bundesgeschäftsführer der Linkspartei.PDS gewählt. Unter seiner Führung gelang 2005 erneut der Einzug in den Bundestag, außerdem wurden die Linkspartei.PDS und WASG 2007 zur Partei DIE LINKE verschmolzen.

Quelle: http://www.dietmar-bartsch.de/bartsch/

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