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Wie werde ich Demokrat?

In der Nacht zum 9. Mai 1945 ist der Krieg in Europa zu Ende. Deutschland wird nach seiner totalen militärischen Niederlage von den Alliierten kontrolliert. Die Besatzungsmächte beschließen, die "Outlaw Nation" in die Gemeinschaft der zivilisierten Nationen zurückzuführen. Entnazifizierung und Demokratisierung sind dafür die Voraussetzung. Wie aber sollen begeisterte Anhänger eines totalitären Regimes den Weg in eine freiheitliche Zivilgesellschaft finden? Wie erzieht man ein Volk zu Friedfertigkeit, Toleranz und Zivilcourage, den fundamentalen Tugenden der Demokratie?

Von 1945 bis 1952 berichtet die britisch-amerikanische Wochenschau "Welt im Film" über Politik, Kultur und Alltag im Nachkriegsdeutschland. Gleichzeitig entstehen im Auftrag der Militärregierung in den westlichen Besatzungszonen etwa 100 Propaganda-, Lehr- und Dokumentarfilme. Diese Filme und die "Wochenschau" sind Teil einer Kampagne zur Umerziehung der Deutschen und widmen sich der entscheidenden Frage: "Wie werde ich Demokrat?". Demokratie soll nicht verordnet, sondern verstanden werden. Es geht nicht mehr um blinden Gehorsam, sondern um Einsicht, Eigeninitiative und Selbstverantwortung. Der Film ist, neben dem Rundfunk, das entscheidende Massenmedium jener Zeit. Deshalb fällt ihm eine zentrale Rolle in der Umerziehungskampagne zu. Ihr Tonfall schwankt zwischen scharfer Anklage und Nachsicht.

Sendetermin

Sa, 23.05.09, 22.30 Uhr

"Wie werde ich Demokrat?" wurde vollständig aus Archivmaterial erstellt. Da das Originalmaterial für sich spricht, wurde auf einen nachträglichen Kommentar bewusst verzichtet. Dadurch ist ein authentisches, spannendes und facettenreiches Bild von Aufbruch und Neubeginn entstanden.

Film von Dieter Reifarth (2002)

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