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Die Jagd nach dem vergessenen Gold

Auf Schatzsuche in den Hohen Tauern

Ein Film von Frank Bäumer

Altenbergkar, Rotgüldensee, Silbereck - Jahrhunderte lang wurden hier Bodenschätze wie Kupfer, Blei und sogar Gold gefördert. Heute gelten die Vorkommen in den Hohen Tauern als erschöpft. Völlig zu Unrecht, glaubt ein Forscher aus Salzburg - und hat sich auf die Suche nach dem vergessenen Tauerngold gemacht.

Sendetermin

Mi, 23.03.11, 02.30 Uhr

Werner Paar ist ein Getriebener: Seit 30 Jahren streift der Professor für Lagerstättenmineralogie von der Uni Salzburg durch die Berge der Hohen Tauern, immer auf der Suche nach dem sagenumwobenen Tauerngold.

Das ist nur halb so verrückt wie es sich anhört: Schließlich wurde in dieser Region schon im Mittelalter Gold abgebaut. Allein mit Hammer und Schlegel trieben die Arbeiter lange Stollengänge in den Fels - bis zu 50 Kilometer pro Berg! Zur Hochzeit des Goldrausches waren hunderte Minen in Betrieb. Bis heute sind die Alpen im österreichischen Lungau deshalb durchlöchert wie ein Schweizer Käse.

Goldvorkommen mitten in Österreich
Könnte es sich lohnen, eine dieser alten Bergbauanlagen wieder in Betrieb zu nehmen? Die Frage treibt Werner Paar seit langem um. Einerseits stecken sicher noch goldhaltige Erzadern im Berg, das weiß der Mineraloge. Andererseits sind die alpinen Goldvorkommen relativ kleinteilig: Kleine Erzlinsen, die sich in unregelmäßigen Abständen durchs Gebirge ziehen. Leider weiß niemand, wo im Berg sich die reichsten Vorkommen verstecken. Werner Paar macht sich trotzdem auf die Suche nach dem vergessenen Tauerngold.

Neue Spur in alten Gängen
Der Mineraloge lässt die historischen Goldstollen links liegen - hier wird nichts mehr zu finden sein. Stattdessen sucht er alte Kupfer-, Blei- und Arsenminen in der Region auf. Dort macht er eine merkwürdige Entdeckung: Auf den historischen Halden findet Paar mitten im Schutt große Goldkristalle. Die früheren Bergleute haben das Gold offenbar "weggeschmissen", weil sie sich nur für die anderen Metalle interessierten. Könnte es da nicht sogar sein, dass dabei irgendwo eine komplette Goldader übersehen wurde?

Der Schatz von Rotgülden
Werner Paar geht systematisch vor. Er recherchiert in alten Schriften. Mit dem Bergwerk Rotgülden am Fuße des Silberecks landet er einen Treffer: Seit 1360 wurde hier Arsen gefördert, vorher jedoch kurzzeitig Gold. Der Professor wagt einen Ausflug ins Herz der alten Arsenmine: Und tatsächlich, in den Tiefen des Berges findet er schließlich einen massiven Erzköper, der niemals abgebaut wurde. Die Laboranalyse zeigt: Es ist eine superreiche Ader - mit Goldgehalten, die die reichsten Lagerstätten der Welt übertreffen!

Aufwändiger Nachweis größerer Vorkommen
Aber Werner Paar ist noch nicht am Ziel. Schließlich ist eine einzelne Erzlinse - so goldreich sie auch ist - zu wenig, um ein rentables Bergwerk zu errichten. Bergbaufirmen brauchen viel größere Vorkommen, damit sich diese Investition lohnt.

Geoforscher "durchleuchten" deshalb den Boden, um zu sehen, ob und wie weit sich die Erzader in der alten Mine weiter durchs Tal zieht. Ihr Ergebnis: Es liegen riesige Mengen Metall im Berg. Aber welches? Eine australische Firma ist bereit, viel Geld in eine Probesprengung zu investieren. Sie ist ein voller Erfolg: Es kommt eine Wand aus reichen Silber- und Kupfererzen zum Vorschein, dazwischen pures Gold.

Werner Paars Traum hat sich damit erfüllt: Er hat das Gold der Hohen Tauern wiederentdeckt. Wenn der Forscher noch mehr dieser im Dunkeln verborgenen Schätze findet, dann kann der Goldabbau im österreichischen Lungau bald zum zweiten Mal beginnen.

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