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Obama siegt in Hawaii und Wisconsin

McCain weiter auf Erfolgskurs

Der Demokrat Barack Obama hat im erbitterten Wettstreit um die Kandidatenkür für die US-Präsidentenwahl seine Siegesserie fortgesetzt: Obamas Kontrahentin, die frühere First Lady Hillary Clinton, unterlag dem schwarzen Senator am Dienstag (19.02.2008) auch in den Bundesstaaten Wisconsin und Hawaii.

Momentan auf der Siegesstraße: McCain und Obama

Momentan auf der Siegesstraße: McCain und Obama (Quelle: ZDF)

Obama verbuchte damit zehn Vorwahlsiege in Folge. "Ich glaube, wir sind erfolgreich abgehoben", rief der 46-Jährige jubelnden Anhängern im texanischen Houston zu. Der Favorit der Republikaner, Vietnam-Veteran John McCain, attackierte Obama scharf und warf ihm hohle Rhetorik vor.

76 Prozent für Obama in Hawaii
Nach Auszählung von 99 Prozent aller Wahlbezirke in Wisconsin holte Obama 58 Prozent der Stimmen und ließ Clinton mit 41 Prozent weit hinter sich. Auch in Hawaii, wo er geboren und aufgewachsen ist, siegte Obama - hier gewann er nach vollständiger Zählung der Stimmen 76 zu 24 Prozent. Der Insel-Bundesstaat im Pazifik verzeichnete eine Rekord-Wahlbeteiligung. Nach vorläufigen Zahlen der unabhängigen Website RealClearPolitics.com hat Obama 1342 Delegiertenstimmen hinter sich, auf Clinton entfallen demnach 1265. Zur Nominierung als Präsidentenkandidat der Demokraten sind 2025 Delegiertenstimmen erforderlich, die aber keiner der Bewerber erreichen dürfte - daher wird mit Zwist beim Nominierungskongress im August gerechnet.

Wisconsin eigentlich Clinton-Terrain
Obamas klarer Sieg in Wisconsin zeigt erneut, dass der Senator aus Illinois seiner New Yorker Kollegin die traditionelle Anhängerschaft mehr und mehr streitig macht: Eigentlich wäre Wisconsin mit seiner großen Zahl weißer Wähler aus der Arbeiterschicht nämlich klassisches Clinton-Terrain gewesen. Nachwahlbefragungen zufolge konnte die 60-jährige Clinton dort jedoch nur eine Wählergruppe für sich gewinnen - die Senioren.

Wichtigste Vorwahlen am 4. März in Ohio und Texas
Clinton appellierte an ihre Landsleute, innezuhalten und zu überlegen, wer wirklich für das Präsidentenamt qualifiziert sei: Sie strebe als erste Frau, Obama als erster Afro-Amerikaner das höchste Amt im Staat an, "aber nur einer von uns ist schon von Tag eins an bereit, Oberbefehlshaber zu sein, die Wirtschaft zu lenken und die Republikaner zu schlagen", sagte sie: "Das ist es, worum es bei dieser Wahl geht." Für Clinton dürfte sich das Rennen bei den wichtigen Vorwahlen in Ohio und Texas am 4. März entscheiden: Hier stehen zusammen fast 400 Delegiertenstimmen auf dem Spiel. Clinton hatte sich von vornherein weniger auf Wisconsin als vielmehr auf diese beiden Bundesstaaten konzentriert.

McCain kritisiert Obama
McCain, der zuvor die Vorwahlen seiner Partei in Wisconsin und im Westküstenbundesstaat Washington für sich entschied, kritisierte, Obamas Rhetorik sei voller hohler Phrasen. Obamas Ruf nach Wandel verspreche lediglich "Urlaub von der Geschichte" und die "Rückkehr zu falschen Versprechen", sagte der 71-Jährige bei einer Siegesansprache in Columbus, Ohio. In Anspielung auf Obamas mangelnde außenpolitische Erfahrung fragte McCain die Wähler, ob sie auf die "konfuse Führung eines unerfahrenen Kandidaten" setzen wollten, "der einst vorschlug, unseren Verbündeten Pakistan zu bombardieren". Obama hatte angekündigt, auch ohne die Einwilligung Pakistans Stützpunkte des Terrornetzwerks El Kaida in dem Land angreifen zu wollen.

Mit Blick auf den Vorwahlkampf der eigenen Partei zeigte sich der Senator aus Arizona siegesgewiss. Er danke Wisconsin, dass nun selbst er als "abergläubischer Navy-Pilot" selbstbewusst und demütig zugleich behaupten dürfe, dass seine Partei ihn im Sommer zum Kandidaten für das Präsidentenamt nominieren werde. In Wisconsin hatte McCain seinen Rivalen, den früheren Baptistenprediger Mike Huckabee, mühelos geschlagen. Auch die abschließende Vorwahl im zweistufigen Verfahren in Washington entschied McCain für sich.

Mit Material von afp

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