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Neue Öl-Lecks im Golf?
Hinweise auf weitere undichte Stellen
Wie viel Rohöl ins Meer fließt, war auch der US-Regierung zunächst nicht bekannt. Admiral Thad Allen, Einsatzleiter der Regierung, wies BP in einem Schreiben an, den Meeresboden gründlich zu beobachten und über mögliche weitere Sickerstellen binnen "nicht mehr als vier Stunden" zu berichten.
BP vorschnell optimistisch?
Die Erfolgsmeldung von letzter Woche war der erste entscheidende Fortschritt nach immer neuen Fehlschlägen seit Beginn der Ölkatastrophe vor drei Monaten. Bei BP hieß es, vermutlich könne die Kappe die Öffnung unter Verschluss halten, bis Anfang August das Leck tief im Meeresboden endgültig mit Schlamm und Zement versiegelt wird. Entsprechende Tests verliefen ermutigend.
Die Messinstrumente offenbarten allerdings geringere Druckwerte im System als erwartet - was am allmählichen Versiegen der Quelle oder aber am Austritt von Öl an anderer Stelle liegen könnte. Außerdem ergaben die jüngsten Messungen an dem verschlossenen Bohrloch laut US-Regierung, dass in der Nähe Kohlenwasserstoffe aus dem Meeresboden aufsteigen. Da Rohöl aus Kohlenwasserstoffen besteht, sei dies ein Zeichen für ein mögliches Leck. Hat sich das Öl wegen des immensen Drucks in dem Stahlrohr tatsächlich neue Wege ins Meer gesucht, müssten die Ventile der Kappe wohl doch wieder geöffnet werden.
Alles wieder auf Anfang?
Sollte sich zeigen, dass die Verschlusskappe doch wieder abmontiert werden muss, soll das ausströmende Öl wie zuvor wieder auf Tanker abgepumpt werden, erklärte BP-Manager Doug Suttles. Auch dafür solle der Regierung ein detaillierter Plan vorgelegt werden, forderte der Regierungsbeauftragte Allen in seinem Schreiben.
Allen verlangte von BP, einen Plan für die schnellstmögliche Öffnung der Abdichtkappe vorzulegen, sollte sich der Ölaustritt bestätigen. Außerdem beklagte er andere Unregelmäßigkeiten, die bei den jüngsten Belastungstests an der Vorrichtung aufgetreten seien. Einzelheiten nannte er nicht. Weitere Tests an der Abdichtvorrichtung sollen zeigen, ob das Bohrloch und der Förderschacht dem Druck standhalten, der durch das Verschließen der Ventile entstanden ist.
BP setzt auf die Kappe, die US-Regierung mahnt zur Vorsicht
BP will die Tests an der Verschlusskappe nun weiterführen und in rund zwei Wochen damit beginnen, das lecke Bohrloch zunächst mit schwerem Bohrschlamm und dann mit Zement zu verschließen. Die dafür nötige Entlastungsbohrung steht offenbar kurz vor dem Durchbruch: Laut BP müssen die Ingenieure noch rund 30 Meter waagerecht bohren, um die Ölquelle zu erreichen.
Der Einsatzleiter der Regierung, Allen, machte jedoch deutlich, dass über die Verlängerung der Belastungstests an der Abdicht-Vorrichtung weiter in 24-Stunden-Schritten entschieden werde. "Wir müssen sicherstellen, dass kein bleibender Schaden entsteht, der ein unkontrolliertes Austreten von Öl aus zahlreichen Stellen im Meeresboden verursachen könnte", warnte er.
Von Lisa Schöffel mit Material von DPA und AFP
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