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Janukowitsch siegt bei Präsidentenwahl in Ukraine

Timoschenko will Ergebnis vor Gericht anfechten

Der pro-russische Kandidat Viktor Janukowitsch hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in der Ukraine gewonnen. Nach Auszählung des größten Teils der abgegebenen Stimmzettel liege Janukowitsch uneinholbar vor Julia Timoschenko, erklärte die Zentrale Wahlkommission am Montag in Kiew. 2004 hatten die Massenproteste der sogenannten Orangenen Revolution dazu geführt, dass die Wahl Janukowitschs zum Präsidenten annulliert wurde.

Julia Timoschenko

Julia Timoschenko, die Dame mit dem Gretchenzopf will das Ergebnis der Wahl vor Gericht anfechten (Quelle: dpa)

Demnach kam Janukowitsch auf 48,5 Prozent der Stimmen. Er lag damit 2,6 Prozentpunkte vor Timoschenko, die 45,9 Prozent der Stimmen erhielt. 4,4 Prozent der Wähler hatten auf dem Abstimmungszettel die Option "Gegen alle" angekreuzt. Das teilte die Zentrale Wahlkommission nach Auszählung von 97,7 Prozent der Stimmen mit. Die Wahlbeteiligung in dem nach Russland zweitgrößten Flächenland Europas lag bei knapp 70 Prozent.

Janukowitsch hatte sich bereits am Sonntagabend nach ersten Prognosen zum Sieger erklärt. Timoschenko schloss nicht aus, das Wahlergebnis bei einem knappen Ausgang anzufechten. Sie hatte ihrem Rivalen Wahlfälschung vorgeworfen. Internationale Beobachter aber lobten den Verlauf der Abstimmung als demokratisch.

Timoschenko, die Heldin der Orangenen Revolution von 2004, warf Janukowitsch wie vor fünf Jahren Wahlfälschung vor. "Wir werden um jede Stimme kämpfen", sagte sie. Es wird erwartet, dass die 49-Jährige gerichtlich gegen das Ergebnis vorgehen wird. Das knappe Wahlergebnis in dem für die EU wichtigsten Transitland für russische Gaslieferungen stärkt nach Ansicht von Beobachtern Timoschenkos Position als Regierungschefin. Janukowitsch forderte sie zwar nach der Wahl auf, ihr Amt niederzulegen. Er will den schwerreichen Bankier Sergej Tigipko in seine Führungsmannschaft einbinden, der im ersten Wahlgang vor drei Wochen Dritter geworden war. Tigipko hatte sich als Regierungschef angeboten. Damit müsste Timoschenko in die Opposition. Es gilt aber als sicher, dass die charismatische Politikerin ihren Posten nicht kampflos räumen wird.

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Unter dem Präsidenten Janukowitsch dürfte sich das zuletzt zerrüttete Verhältnis zwischen der Ukraine und ihrem großen Nachbarn Russland deutlich entspannen. Der im russischsprachigen Osten des Landes verwurzelte Janukowitsch will Russisch zur zweiten Amtssprache machen und mit Moskau gegen mehr Geld über die längere Stationierung der russischen Schwarzmeerflotte auf der ukrainischen Halbinsel Krim über 2017 hinaus verhandeln. Seine Rivalin hatte zwar ebenfalls auf kritische Töne gegen Moskau verzichtet, jedoch stets für eine "europäische Ukraine" geworben. Russlands Botschafter in Kiew, Michail Surabow, kündigte am Wahlabend unabhängig vom Ergebnis eine enge Kooperation mit dem neuen Präsidenten an. Beobachter werteten dies als Zeichen, dass auch Moskau einen Neuanfang in den Beziehungen mit Kiew anstrebt.

Janukowitsch hatte sich auch 2004 zum Sieger erklärt. Er verlor damals aber nach einem Skandal um Wahlfälschung und Massenprotesten der Orangenen Revolution die Wiederholung der Abstimmung gegen Viktor Juschtschenko. Der Amtsinhaber hatte im ersten Wahlgang Mitte Januar wegen gebrochener Reformversprechen und seiner anti-russischen Politik eine schwere Niederlage erlitten.

Inzwischen trauen auch westliche Experten dem vor fünf Jahren noch geschmähten Janukowitsch den Ausweg aus der Krise des Landes am ehesten zu. Die Wahlen in der Ex-Sowjetrepublik gelten als frei. Auch westliche Beobachter sprachen von einem weitgehend ordnungsgemäßen Wahlverlauf.

Mit Material von dpa und afp

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