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Die Kandidaten bei der Parlamentswahl in Österreich

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, ÖVP (Quelle: ap)
Wolfgang Schüssel, konservative Volkspartei (ÖVP):
ÖVP-Chef Schüssel ist seit dem Jahr 2000 Kanzler, nachdem er eine Koalition mit der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei (FPÖ) geschmiedet hatte. Zuvor war er Vizekanzler in der Großen Koalition mit den Sozialdemokraten (SPÖ), in der er auch als Außen- und Wirtschaftsminister fungierte.
Der 61-jährige Jurist hat Musiktalent und ist auf dem Fußballfeld ein Torjäger. Auch politisch sei er eine Spielernatur, wird ihm nachgesagt. In den sechs Jahren seiner Kanzlerschaft hat er sich die Achtung der Österreicher erworben. Die Beliebtheit früherer Kanzler erreichte er aber nicht.

Alfred Gusenbauer, SPÖ (Quelle: ap)
Das große Vorbild von SPÖ-Chef ist Exkanzler Bruno Kreisky. Schon in der Grundschule habe er bei einer SPÖ-Wahlveranstaltung beschlossen, in Kreiskys Fußstapfen zu treten, erzählt der 46-jährige aus seiner Kindheit in Niederösterreich. Bei Gusenbauers erstem Antreten als Kanzlerkandidat 2002 fiel die SPÖ aber erstmals seit Jahrzehnten hinter die ÖVP zurück. Diesmal tritt er mit dem Versprechen an, die SPÖ werde den Wohlstand in Österreich gerechter verteilen. Der Politikwissenschaftler machte von der Sozialistischen Jugend an eine Parteikarriere, bis er in den 90er Jahren ins Parlament gewählt wurde.

Heinz-Christian Strache, FPÖ (Quelle: ap)
FPÖ-Chef Strache gilt bei seinen Anhängern als der "neue Haider". Er übernahm 2005 die Führung der Partei, nachdem sein früheres Idol Jörg Haider aus der FPÖ ausgetreten war und das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) gegründet hatte. Der 37-jährige Zahntechniker brachte die FPÖ wieder auf aggressiven Oppositionskurs und holte bei der Wiener Wahl im vergangenen Herbst 15 Prozent der Stimmen. Vor der Parlamentswahl machte der Wiener mit Slogans wie "Daham statt Islam" (Anmerkung: "daham" bedeutet umgangssprachlich "daheim") und "Deutsch statt nix versteh'n" gegen Zuwanderer in Österreich Stimmung.

Alexander van der Bellen, Grüne (Quelle: ap)
Der Grünen-Parteichef stieg erst im Alter von über 50 Jahren in die Politik ein. Als Universitätsprofessor für Volkswirtschaft ist er auch außerhalb seiner Partei als Experte hoch angesehen. Mit ihm an der Spitze legten die Grünen seit 1999 deutlich zu, zuletzt auf elf Prozent der Stimmen. Van der Bellen, der dem bürgerlichen Flügel der Grünen zugerechnet wird, verhandelte für seine Partei bereits 2002 über eine Koalition mit der ÖVP, die aber nicht zu Stande kam. Der 62-Jährige nennt auf seiner Website offen seine drei Laster: "Rauchen, Rauchen, Rauchen."
Peter Westenthaler, Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ):
Westenthaler kehrte im Frühjahr in Haiders Partei zurück, nachdem er mehrere Jahre als Manager in der österreichischen Fußball-Bundesliga tätig war. Wie die FPÖ warb das BZÖ um die Stimmen jener Österreicher, die meinen, es seien zu viele Ausländer im Land. Der 37-Jährige kündigte an, er wolle den Ausländeranteil innerhalb von drei Jahren um 30 Prozent senken. Im Wahlkampf fiel Westenthaler auf eine Künstlergruppe herein, die ihm einen gefälschten Brief zugespielt hatte. Darin hieß es, der Alpenverein habe die Forderung erhalten, die Gipfelkreuze in den Bergen mit dem Halbmond zu ersetzen. Westenthaler prüfte das Schreiben nicht und trat damit bei einer TV-Diskussion auf.
mit Material von Reuters
