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Stimmungstest im kleinsten Bundesland

Die Wähler in Bremen haben der Großen Koalition in ihrem Bundesland eine deutliche Absage erteilt. Nach der ersten Hochrechnung von Infratest dimap für die ARD blieb die SPD mit 37,1 Prozent zwar stärkste Partei, musste aber 5,2 Prozentpunkte einbüßen. Zweitstärkste Kraft wurde der Koalitionspartner CDU. Mit 25,5 Prozent der Stimmen verloren auch die Christdemokraten 4,3 Prozentpunkte im Vergleich zu 2003.

Die Bremer Bürgerschaft

Die Bremer Bürgerschaft (Quelle: AP)

Grünen fahren ihr bestes Ergebnis in Bremen ein
Die Grünen, die derzeit an keiner Landesregierung mehr beteiligt sind, erreichten mit 16,3 Prozent ihr bestes Ergebnis bei Landtagswahl. Im Vergleich zur letzten Wahl in Bremen legten sie 3,7 Prozentpunkte zu. Zweiter großer Gewinner der Bürgerschaftswahlen ist die Linkspartei: Sie erreichte 8,7 Prozent und zieht damit erstmals in ein westdeutsches Parlament ein.

FDP muss noch bangen
Die FDP hat laut Hochrechnungen den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft, nachdem sie seit 1991 nicht mehr in Fraktionsstärke in der Bürgerschaft vertreten war. Die rechtsextreme DVU scheiterte mit 2,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Ob sie ihr über die Sonderregelung für Bremerhaven erzieltes einziges Mandat behält, ist noch nicht sicher.

Die Wahlbeteiligung lag mit 57,9 Prozent noch niedriger als vor vier Jahren (61,3 Prozent). Sie ist damit die niedrigste seit Gründung des Bundeslandes.

Böhrnsen hält sich Regierungsbildung offen
Das kleinste Bundesland wird seit 1995 von einer Großen Koalition aus SPD und CDU regiert. Bei einer Fortführung des Bündnisses würden SPD und CDU insgesamt 55 Sitze halten. Eine Zweidrittelmehrheit hätten sie jedoch nicht mehr. Ein rot-grünes Bündnis hätte mit insgesamt 48 von 83 Sitzen ebenfalls eine komfortable Mehrheit.

SPD-Spitzenkandidat Jens Böhrnsen kündigte an, mit beiden Parteien Gespräche zu führen. Man werde sehen, in welcher Konstellation sich sozialdemokratische Politik am besten durchsetzen lasse. Eine Koalition mit der Linkspartei erteilte er eine klare Absage.

Bremer Bürgerschaftswahl: "Wir biedern uns nicht an."
CDU-Spitzenkandidat Thomas Röwekamp appellierte unterdessen an den bisherigen Koalitionspartner: "Ich kann nur hoffen, dass die SPD in den nächsten Stunden und Tagen zur Vernunft kommt und sagt: Wir wollen das erfolgreiche Bündnis für Bremen fortsetzen."

Grüne fordern Regierungsbeteiligung
Während die Grünen-Spitzenkandidatin Karoline Linnert in der ARD eine Regierungsbeteiligigung ihrer Partei forderte, rechnet FDP-Landeschef Uwe Woltemath nicht damit. Die FDP habe sich im Wahlkampf nur auf sich selbst konzentriert und werde sich nun höchstwahrscheinlich auf Oppositionsarbeit vorbereiten, sagte er im NDR.

Mit Material von AFP, DPA, tagesschau.de, heute.de

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